Sportliche Hüttengaudi: Diese angesagten Leckereien erwarten Skifahrer

So sehr Pisten und Loipen auch locken – nicht wenige Skifahrer und Snowboarder sind im Urlaub vorrangig am Vergnügen jenseits der Pisten interessiert. Während junge Skifreunde heiße Clubnächte und Open-Air-Events genießen, steht der kulinarische Genuss Winterurlaubern aller Generationen offen. Eine echte Hüttengaudi wird in allen großen Skigebieten möglich, in denen der Einkehrschwung mit echter Gourmet-Küche, regionalen Spezialitäten und weiteren Extras versüßt wird. Mit dem folgenden Überblick zeigt sich, was die moderne Küche der alpinen Berghütten zu bieten hat und auf welch vielfältige Weise Skifahrer zum Genießen eingeladen werden.

 

Mehr als Jausn, Brotzeit & Co. - die moderne Hüttengaudi

Berghütten befinden sich überall in den Alpen und stehen für kulinarische Besonderheiten in der unverwechselbaren Atmosphäre. Vielerorts haben Hütten und Almen ganzjährig geöffnet und bieten kleine Snacks und Hauptmahlzeiten passend zur Saison. In den großen Skigebieten haben sich traditionelle Hütten über die Jahrzehnte weiterentwickelt, vollwertige Mahlzeiten und sogar Kulturprogramm sind keine Seltenheit.

In früheren Jahrzehnten ging es beim Hüttenbesuch um eine kurze Einkehr, den Schutz vor der Witterung und eine kleine Stärkung mit traditionellen Kleinigkeiten der Region. Die klassische Brotzeit in Bayern bzw. die österreichische Jausn mit Brot, Käse und Wurst wird noch heute von vielen Hütten angeboten und ist der Klassiker, um alleine oder mit Freunde zuzugreifen. In den namhaften Skigebieten handelt es sich mittlerweile um eines von Dutzenden Gerichten, die den Bedürfnissen des modernen Tourismus entsprechen. Vielfach wird mit der Brettljausn nur noch das nostalgische Bedürfnis älterer Skifreunde bedient, während die junge Generation die herzhafte Brotzeit höchsten als „retro“ empfindet.

Auch der reine Verzehr rückt bei größeren Hütten in den großen Skigebieten stärker in den Hintergrund. Sofern die Räumlichkeiten groß genug sind, steigen in der Hauptsaison regelmäßig Partys, die von der traditionellen Musikuntermalung bis zum Strandflair auf Mallorca reichen. Selbst Berghütten mit Lounge-Atmosphäre stellen keinen Widerspruch dar und bieten ein Ambiente, das sich eine junge und gehobene Generation nach der sportlichen Anstrengung des Tages wünscht. Bei der Buchung einer Skireise heißt es deshalb: Augen auf und die Vielfalt an Skihütten des Skigebiets auf ihren Charme und Charakter hin überprüfen.

 

Landestypische Unterschiede bei der Hüttengaudi

Doch zurück zu den kulinarischen Erlebnissen, die Sie in den Berghütten der Alpenregion erwarten. Auch wenn der internationale Tourismus seine Spuren in den Speisekarten hinterlässt, vertraut jede Region weiterhin auf ihre traditionsreichen und einheimischen Spezialitäten. Auch nationale Unterschiede sind bei der Gestaltung der Snacks und Hauptmahlzeiten unverkennbar. Typische Merkmale der jeweiligen Küchen sind:

 

  • Deutschland/Bayern: Zukünftig und herzhaft darf es zugehen, gerne mit einem süßen Abschluss. Wild- und Fleischgerichte mit Knödeln, Kartoffeln oder Kraut sind gefragt, als Snacks werden Brezn oder Weißwürste gereicht. Als Nachspeise werden Kuchen und Torten mit einheimischen Obstsorten gereicht, der Apfelstrudel ist in vielen Gebieten der Klassiker.
  • Österreich: Kasnocken, Kaiserschmarrn, Prasselfleisch – zahlreiche Spezialitäten aus Österreich sind in der Alpenregion entstanden und werden hier traditionell serviert. Auch das Wiener Schnitzel hat schon vor Jahrzehnten seine Einkehr in die Berghütten des Landes gefunden und ist eine der beliebtesten Hauptmahlzeiten, wenn Skiurlauber eine Pause oder den Einkehrschwung planen.
  • Schweiz: Älplermagronen und Zürcher Geschnetzeltes – auch in der Schweiz sind schon vor Generationen Gerichte der Großstädte in die Berghütten gelangt. Große Tradition hat außerdem die Nutzung von Kohlsorten und Pilzen, außerdem werden Kartoffeln als Rösti und in vielen weiteren Variationen gereicht. Beim Nachtisch darf es wie in Deutschland eher fruchtig zugehen.
  • Italien: In den alpinen Skigebieten Italiens dominiert die Südtiroler Küche. Kasknödel, Tiroler Speckkartoffeln sowie Aufläufe und Quiches sind seit vielen Jahren gefragt, Maronen und Pilze werden zur beliebten Beigabe. Bei Snacks in den Skihütten lässt sich der Einfluss der mediterranen Küche und des restlichen Italiens nicht verleugnen, beispielsweise mit Grissini oder Käsesnacks. Anstelle von Fleisch wird gerne zu gewürfeltem Speck gegriffen.

Neben den landestypischen Spezialitäten wird jede Berghütte eine eigene Variante der Brotzeit anbieten. Die Zusammenstellung von Wurst und Fleisch, Brot und Käse ist ähnlich, weist jedoch einen unverwechselbaren regionalen Charme auf. In einer nicht globalisierten Welt wurden Berghütten ohnehin nur mit regionalen Lebensmittel beliefert, die oft direkt auf den umliegenden Almen gewonnen wurden. Heute sind es eher Argumente der Nachhaltigkeit und eines neuen regionalen Bewusstsein, die zu einem „fairen“ Tourismus mit regionalen Köstlichkeiten beitragen sollen.

 

Schlemmertour durchs Skigebiet – längst keine Seltenheit

Bei einer Reise durch die bekanntesten Skigebiete der Alpen muss längst nicht mehr der Spaß auf Pisten und Loipen im Vordergrund stehen. Einzelne Gebiete und Reiseveranstalter werben mit dem Konzept der Schlemmerreise, um jeden Tag neue Genüsse einzelner Hütten zu erleben. Im Regelfall beschränkt sich das Reiseformat auf ein einzelner Skigebiet, seltener wird die große Tour über die Grenzen von Skigebieten und Ländern angeboten.

Reisen dieser Art dienen nicht der Völlerei, auch wenn mancherorts das traditionelle Buffet wartet. Stattdessen kommen Gourmets bei einem solchen Reiseformat auf ihre Kosten, die ein ernsthaftes Interesse an der regionalen Küche und den Besonderheiten des Landstriches haben. Über mehrere Tage hinweg wird die abendliche Mahlzeit als Mehr-Gänge-Menü eingenommen. Verschiedene Berghütten achten auf höchste Authentizität und bringen ausschließlich regionale Produkte auf den Tisch – ökologisch, biologisch fair. Schließlich wollen viele Gourmets nicht in erlesene Genüsse eintauchen, die sie auch in einem Restaurant einige Hundert Höhenmeter tiefer erhalten würden.

 

Ausflugstipps für Liebhaber der kulinarischen Hüttengaudi

Jedes Skigebiet der Alpen hat seine kulinarischen Highlights, ein ruhiger Blick auf das geschmackvolle Angebot während und nach der Reisebuchung lohnt. Einige Adressen stechen dennoch heraus und sind über die Grenzen der Alpen hinaus bekannt. Die folgenden Ausflugstipps möchten jedem Genießer die Reise in die Alpen schmackhaft machen – ob als Skireise im Winter oder oder die Sommermonate hinweg:

 

Gastronomie Gröden – Val Gardena: Mit drei Dutzend Berghütten und Skirestaurants ist das renommierte Skigebiet optimal für jeden Geschmack ausgestattet. Weinfreunde kommen in der Sofie-Hütte voll auf ihre Kosten, regelmäßig werden hier erlesene Menüs mit begleitender Degustation angeboten. Für Fischfreunde ist die Comici Hütte der ideale Anlaufpunkt, wo täglich ein frischer Fang aus der Adria serviert wird.

 

Hütten Silvretta Mondafon: Mit dem Valisera Hüsli präsentiert sich eine der interessantesten Hütten in diesem Schweizer Skigebiet. An der Bergstation der gleichnamigen Bahn gelegen, ist von der edlen Holzofenatmosphäre bis zum Panorama-Ausblick alles geboten. Neben facettenreichen Spezialitäten liegt ein Schwerpunkt der Hütte auf echter Hausmannskost, die alte und neue Skifreunde gleichermaßen anspricht.

 

St. Moritz – Corviglia: An der Bergstation in Corviglia hat sich in einem der größten Skigebiete der Alpen ein kulinarisches Highlight etabliert. Auf knapp 2.500 Höhenmetern gelegen, kann beim modernen „Mathis Food Affairs“ zwischen sechs verschiedenen Restaurantbereichen gewählt werden. Hier hat die moderne Gastronomie den klassischen Hüttenflair zwar verdrängt, je nach Vorliebe lässt sich jedoch weiterhin in den traditionellen Charme der regionalen Küche von Graubünden und der Schweiz eintauchen.

SkiWelt Wilder Kaiser – Brixental: Am Bergkaiser in Ellmau erwartet euch ein modernes Panoramarestaurant, das erst seit wenigen Jahren existiert und mit seiner Lounge-Atmosphäre begeistert. Einen Kontrapunkt setzt die renommierte Brenner Alm, deren Holzoptik und traditionellen Genüsse die andere Seite der Tiroler Bergwelt mit ihren einheimischen Spezialitäten bereithält. Mit anderen Hütten und Restaurants ist die SkiWelt Wilder Kaiser daher für eine kulinarische Reise prädestiniert.

 

Praktische Tipps für eine Hüttengaudi in den Alpen

Zugegeben: Zum Genießen einzigartiger Speisen und Getränke kommt es auf die richtige Atmosphäre an. Und diese kann in der Hauptsaison leiden, wenn tagtäglich großer Andrang in den gastronomischen Betrieben der Skigebiete herrscht. Geht es mehr um das kulinarische Erlebnis, ist eine Buchung in der Nebensaison oder über die Sommermonate hinweg ratsam.

Verschiedene Hütten vertrauen weiterhin auf eine Selbstbedienung, andere haben komplett auf den Service am Kunden umgestellt. Dies macht einen Unterschied, wenn nicht nur in der Hütte selbst gegessen werden soll. Im Vorfeld sollte online oder telefonisch abgeklärt werden, ob und wie die Mitnahme von Essen möglich wird und ob die Hütte kleine Brotzeit-Pakete für Ski- und Wanderfreunde zusammenstellt. Jede Hütte und jedes Skigebiet gehen hier anders mit um, eine individuelle Anfrage ist daher die beste Wahl.

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