Snowboarding: Wie etablierte Skigebiete ihr junges Publikum begeistern

Ski fahren ist seit Jahrzehnten die beliebtesten Wintersportart, Snowboarding holt jedoch bei der jüngeren Generation deutlich auf. Waren vor wenigen Jahren die größten Skigebiete im Alpenraum nur rudimentär auf die Bedürfnisse der Boarder vorbereitet, hat sich dies mittlerweile mit kreativen Funparks und attraktiven Arealen fürs Freeriding geändert. Die bekanntesten Skigebiete in Österreich, der Schweiz und Frankreich gehen hier vorneweg und wecken nicht nur bei jungen Sportfreunden die Lust, zwei Bretter gegen ein großes einzutauschen.

 

Funparks – Spielplätze für Boarder mit großer Varianz

Kaum ein namhaftes Skigebiet im Alpenraum lässt heutzutage einen Funpark vermissen, der sich primär an Snowboarder richtet. Mit speziellen Rampen und Hindernissen sowie teilweise einer Half-Pipe ausgestattet, lassen sich hier alle Skills auf dem Brett antesten und trainieren. Während die regulären Pisten der Skigebiete für die klassische Abfahrt auf dem Snowboard geöffnet sind und keinen Unterschied zu Skifahrern machen, stehen Spaß und Action in den Funparks im Vordergrund.

Nur weil ein Skigebiet in den Alpen mit den speziellen Boxen und Rails für Snowboarder wirbt, müssen diese nicht den individuellen Ansprüchen genügen. Gerade mit etwas Erfahrung auf dem Brett sind abwechslungsreiche Boxen auf unterschiedlichen Niveaus unverzichtbar, um auch bei einem längeren Winterurlaub voll auf seine Kosten zu kommen. Wichtig ist vor der Buchung zu klären, ob eher das lange Abfahrtsvergnügen auf bestens präparierten Powderruns im Vordergrund stehen soll oder ausreichend Kicker und Boxen für Grabs und weitere Kunststücke bereitstehen! Ähnlich wie beim Ski fahren tickt schließlich auch jeder Snowboarder etwas anders.

 

Einige attraktive Funparks im Profil

Auch wenn fast jedes Skigebiet der Alpen seinen Funpark hat – einige stechen mit ihrer Tradition für Snowboarder, exklusiven Events oder besonderen Highlights auf den Rails und Boxen heraus. Der folgende Überblick zeigt einige der wichtigsten Funparks, die für alle Liebhaber von Kunststücken auf dem Snowboard eine Überlegung wert sind.

 

1)  Kitzsteinhorn

Die Region rund um das Kitzsteinhorn ist eines der alpinen Mekkas für Snowboarder. Gleich vier Funparks erwarten Sie, die teilweise mit Höhen von über 2.500 Metern im Laufe des Herbstes eröffnen. Neun oder zehn Monate Saison sind im Glacier Park keine Seltenheit, in dessen Gletscherumfeld jährlich neue Highlights entstehen. Mit acht Kickern für Anfängern ist der Park auch für Einsteiger optimal, auch in den umliegenden Parks warten neben zahlreichen Kickern wenigstens zehn Jibs. Abgerundet wird die Snowboardregion durch den Railgarden, der mit zehn Boxen und Rails eine Vielzahl an Wellen und Kickern speziell für Einsteiger bereithält.

 

2)  Better Parks Hochzillertal

Die Better Parks im Hochzillertal stehen für echte Vielfalt, vor wenigen Jahren hat ein Ausbau auf insgesamt sechs Lines stattgefunden. Auch die Zahl der Kicker wurde erweitert und bietet auf sämtlichen Niveaus vom absoluten Einsteiger bis zum Profi zusätzliche Herausforderungen. Das benachbarte Resort kann sich mit über 170 km Piste ebenfalls sehen lassen und bietet Ihnen genügend Gelegenheit, neben dem Funpark klassischen Abfahrtspaß zu erleben. Mit dem „Schnee Express“ als Sesselbahn gelangen Skifahrer und Snowboarder gleichermaßen schnell bergwärts, um Pisten und Rails einfach zu erreichen. Neben den Better Parks ist die gesamte Region Zillertal mit weiteren gut ausgestatteten Skigebieten eine Reise wert und gilt als eine bevorzugte Reiseregion von Snowboardern.

 

3)  Laax

Wer nicht erst seit ein oder zwei Jahren Snowboard fährt, wird Laax im schweizerischen Graubünden mit seiner beeindruckenden Gletscherlandschaft kennen. Bereits seit den Achtziger Jahren ist hier Snowboarding möglich, womit das Skigebiet zu den ersten der Alpen mit einem entsprechenden Angebot zählte. Aus einem rudimentären und kleinen Bereich für Snowboarder sind mittlerweile vier vollwertige Funparks geworden, die ein breites Spektrum an Kickern, Boxen und Rails abdecken. Absolutes Highlight ist die Superpipe im sogenannten Noname-Park, die mit 140 Metern die größte Europas darstellt. Auch eine kleinere Pipe mit 100 Metern ist vorhanden, ergänzt um mehr als 20 Rails und Boxen. In der Talstation Laax erwartet Sie eine Freestyle-Halle, um Sprünge und Ihren dynamischen Fahrstil zu optimieren.

 

4)  St. Anton am Arlberg

Nicht nur wegen seiner 200 km Abfahrten im Tiefschnee gehört St. Anton am Arlberg zu den Highlight für Snowboarder in Österreich. Der Stanton Parks ist eine der bekanntesten Adressen für Snowboarder überhaupt, Beliebtheit und Nachfrage zeigen sich alleine durch zwei Skilifte im direkten Umfeld des Parks. Während in der Hochsaison auf bis zu einen Meter Naturschnee für rasante Abfahrten in der mittleren und höchsten Schwierigkeitsstufe gehofft werden darf, lassen sich die Kicker und Rails in dieser Region keine Wünsche offen. St. Anton gilt außerdem als kleines Paradies für alle Liebhaber des gepflegten Après Ski. Junge Sportfreunde können sich vom Krazy Kanguruh bis zum Mooserwirt auf viele angesagte Locations freuen, die über die Jahre immer stärker auf die Wünsche junger Kunden in Speisen, alkoholischen Getränken und Events eingehen.

 

Mit dem Snowboard über den Powder – beliebte Abfahrten für Boarder

Während St. Anton am Arlberg die Vorzüge gehobener Funparks und bestens präparierter Pisten vereint, steht bei manchen Snowboardern der reine Abfahrtsspaß im Vordergrund. Auch für diesen sind einige Skigebiete in den Alpen prädestiniert, auf denen sich klassische Skifahrer an die Pistenpräsenz der Boarder gewöhnt haben. Zu den Highlights in diesem Bereich, die sich nicht schon durch die oben erwähnten Skiparks auszeichnen konnten, gehören:

 

  • Hochfügen: Auch dieses Skigebiet zählt zum Zillertal, eine direkte Verbindung zum Skigebiet Hochzillertal Kaltenbach besteht. Die Kombination beider Skigebiete bietet unzählige Möglichkeiten, sich Abfahrten mit dem Snowboard nach eigenen Wünschen zusammenzustellen. In Hochfügen selbst profitieren Sie auf sämtlichen Abfahrten von einer überschaubaren Hangneigung, gerade für Einsteiger wird das Snowboarden auf freier Piste hierdurch reizvoll.
  • Zauchensee: Das Skigebiet im Salzburger Land bietet mit seinen Freeride-Routen am Flauchauwinkl und Gamskogel Ost großen Abfahrtsspaß bei einem gemäßigten Speed und überschaubaren Schwierigkeitsgrad. Das Skigebiet selbst umfasst nur knapp 70 km Piste, dafür sind die Abfahrtsmöglichkeiten jenseits der präparierten Bereiche jedoch vielfältig. Eine tolle Geländevielfalt mit natürlichen Baumgruppen sorgt für Abwechslung und hilft dabei, sich immer wieder neue Rides nach eigenen Vorstellungen auszuarbeiten. Echte Herausforderungen entstehen durch die verschiedenen Außenkonditionen und den hierdurch variantenreichen Schnee.
  • Montafon: Die Silvretta Montafon liegt im äußersten Westen von Österreich und setzt im Freeride eigene Akzente und Highlights. Das Gebiet ist für Einsteiger attraktiv, da mit speziellen Angeboten wie dem Freeride Safety Check grundlegendes Wissen zum Freeride in Theorie und Praxis vermittelt wird. Außerdem bietet die sogenannte Freeride Safari Neulingen und Fortgeschrittenen eine tolle Möglichkeit, die gesamte Region bis nach Stuben oder Langen am Arlberg zu entdecken. Das Gebiet ist über die Jahre für sein Snowboard-Festival bekannt geworden, auf dem der Nachwuchs und erfahrene Boarder ihr Können im Wettkampf unter Beweis stellen.

 

Besonderheiten der Skigebiete recherchieren, dann buchen

Ob Freeride im Powder oder dauerhaftes Vergnügen in den Funparks – jedermann kann sich heutzutage den idealen Snowboard-Urlaub zusammenstellen. Stärker als bei den reinen Skigebieten in der Vergangenheit ist eine genaue Recherche der jeweiligen Rahmenbedingungen unverzichtbar. Jede Wintersportregion wird die eigenen Trails, Kicker & Co. anpreisen und ein unvergessliches Vergnügen auf dem Snowboard zusichern wollen. Ein genauer Blick auf die Konditionen lohnt dennoch und kann bis zur Kontaktaufnahme mit dem jeweiligen Betreiber führen.

Erfahrungsberichte anderer Snowboarder sind hilfreich und lassen sich heutzutage mühelos online recherchieren. Hier sollten nicht nur erfahrenen Boarder zu Wort kommen, auch das Wort absoluter Einsteiger wird für Anfänger auf dem Brett entscheidend sein. Gerade diese sollten prüfen, ob neben klassischen Skischulen auch genügend Angebote für Snowboarder gegeben sind, um sich sicher in Parks und im Freeride fortzubewegen. Für die Buchung eines geplanten Winterurlaubs mit dem Snowboard, beispielsweise hier über Ski.de, darf es also ruhig ein genauerer Blick auf die jeweiligen Konditionen der Skigebiete und das konkrete Angebot für Snowboarder sein.

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