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Die weltweit größte Freeski & Snowboard Filmtour, Warren Millers ‚Dynasty‘, war am 9. November zu Gast in Berlin. Der Saal im Titania Palast war ausverkauft, die Zuschauer waren von dem circa zwei Stunden langen Film begeistert.
Er entführt den Zuschauer in Skigebiete in der ganzen Welt, unter anderem nach Alaska, Norwegen und China. Es werden die verschiedensten Skifahrer und Skitechniken gezeigt, zudem gibt es Aufnahmen aus dem Warren Miller Archiv, die bis in die 60er Jahre zurückreichen. ‚Dynasty‘ ist ein spektakulärer Film mit einem Soundtrack, für den allein sich das Anschauen schon lohnen würde.
In der Pause gab es Geschenke der Filmsponsoren zu gewinnen, die von Karine Falck-Pedersen, die als Freeskierin auch im Film zu sehen ist, übergeben wurden. SKI.DE hat Karine vor der Vorführung zu einem Interview getroffen, in dem sie über Freeskiing, ihre Rolle in ‚Dynasty‘ und ihre Pläne für nächstes Jahr spricht.

SKI.DE: Du hast mit 3 Jahren mit dem Skifahren begonnen und dich zu einer professionellen Skirennfahrerin entwickelt. Wie kam es dazu, dass du jetzt Freeski machst?

KARINE FALCK-PEDERSEN: Ich fing mit drei oder vier an und fuhr dann Skirennen, und ging dann auf die Ski Akedemie im Norden Norwegens. Dann nahm ich ein Jahr Pause, fuhr nur Wettbewerbe und versuchte im norwegische Nationalteam aufgenommen zu werden, aber es klappte nicht. Also ging ich nach Colorado und bekam dort ein Stipendium fürs Skifahren. Ich fuhr im Collegeteam, wo wir in einem Jahr gewannen und dafür ins Weiße Haus kamen um George W. Bush zu treffen, was sehr lustig war. Wir gewannen den Double A, was in Amerika eine sehr große Sache ist, und bekamen eine Führung im Weißen Haus.
Ich beendete mein Studium 2008 , und während den letzten Jahren wollte ich schon mehr Freeski und Wettbewerbe fahren, musste aber an meiner Abschlussarbeit arbeiten und fuhr im Collegeteam. So fing ich erst letztes Jahr an „Big mountain“ Wettbewerbe zu fahren, was sehr gut lief, also machte ich damit weiter.

Was ist das Besondere am Freeskiing für dich?

Es ist ganz anders als normales Skifahren. Natürlich ist Skifahren schon immer Teil meines Lebens gewesen, mit dem ich aufgewachsen bin und den ich liebe. Aber Freeriding hat mehr mit Skitouring zu tun, man wandert Stunden über Stunden und verschmilzt mit den Bergen, was bei den stressigen Wettkämpfen so nicht möglich ist. Ich liebe diese Wettkämpfe zwar auch und bin sehr ehrgeizig, aber sie sind doch ziemlich intensiv. Ich habe das Skifahren nicht mehr so sehr genossen und war nur noch auf meine Ergebnisse konzentriert. Freeski-Wettbewerbe sind gelassener, man ist draußen, verbringt Zeit mit den anderen und fährt auch noch Ski. Es ist anders, aber trotzdem ähnlich. Man gewinnt viele Erfahrungen beim Freeski, in den Bergen und der Natur.

Athlet: Karine Falck-Pedersen; Fotograf: Peter Mathis; Location: Arlberg

Kommen wir zum Film. Wie hast du den Auftritt bekommen?

Das war wirklich verrückt. Mein Ski-Sponsor Kästle sollte eine 'Kästle-Adventure-Tour' veranstalten und mir wurde gesagt, dass wir dort ein Foto-Shooting in Norwegen machen würden. Ich wohnte zu der Zeit in Kalifornien und war froh darüber, nach Hause zu können. Wir besprachen alles über E-Mail und eines Tages bekam ich eine Mail von Kästle mit dem Zeitplan im Anhang. Also machte ich den auf und da stand 'Warren Miller Film Tour Schedule'. Ich schrieb total überrascht zurück, ob das wahr sei. Das alles passierte wirklich schnell, und eigentlich ist es Chris Davenport und Kästle zu verdanken, dass ich in dem Film überhaupt auftauche. Ich bin sehr glücklich über diesen Auftritt, der sicherlich auch mit meinen guten Wettbewerbs-Ergebnissen zusammenhängt und damit, dass ich meine Arbeit und das Skifahren sehr ernst nehme.

Was magst du besonders an Kästle?

Kästle ist toll. Alle dort haben so viel Leidenschaft für die Marke, die Firma, Skifahren und dafür, tolle Produkte herzustellen. Sie kümmern sich wirklich gut um die Sportler und ich verstehe mich super mit allen in der Firma. Die Firmenkommunikation funktioniert einwandfrei und die Produkte sind sehr gut. Ich wusste vorher nicht wirklich viel über Skier, also musste mir erst einmal alles gezeigt werden, vom Aufbau bis hin zu Qualitätsmerkmalen. Kästle-Skier sind fantastisch und ich liebe es, auf ihnen zu fahren. Für mich als Ski-Rennfahrerin ist es wichtig, dass meine Skier stabil und gut gebaut sind, und es war sehr einfach, mich auf Kästle-Skier umzustellen.

Wie ist so ein Tag beim Filmdreh von Warren Miller abgelaufen?

Wir hatten eine Woche eingeplant, haben dann aber davon nur zwei Tage gefilmt. Ich war völlig neu dabei und hatte keine Ahnung, wie alles ablaufen würde. Wir sind dann morgens aufgebrochen und dachten, wir wären nachmittags wieder zurück, weil das Wetter nicht so gut war und wir gutes Wetter brauchten, um gutes Material zu bekommen, also nahmen wir auch nicht viel Verpflegung mit. Der Tag wurde dann aber wider Erwarten sehr schön und ich verbrachte 15 Stunden in meinen Skischuhen. Wir hatten nicht viel Essen dabei, es ging immer weiter und weiter, wir legten viele Pausen ein, mussten den Berg hoch, dann runterfahren und gleich wieder hochlaufen. So weit im Norden Norwegens geht die Sonne bis spät abends nicht unter und wir waren erst um 11 Uhr abends wieder zurück. Aber es war toll, wir fuhren mit einem Boot zu der Stelle, an der wir anfingen zu wandern. Wir waren zuerst auf dem Wasser, dann sind wir den Sand hochgewandert, bis erst die Bäume und dann der Schnee anfingen und dann sind wir weitergewandert, bis wir anfingen, Ski zu fahren. Bei diesem Ausblick, den Bergen und dem Ozean, fragt man sich dann, ob das real ist. Es war wirklich toll.
Die Crew hatte so viel Equipment dabei, ich war schon am Kämpfen mit meinem Rucksack, und sie hatten alle ungefähr vier-mal so viel zu schleppen wie ich.

Karine Falck-Pedersen bei unserem Interview.

Habt ihr dort auch Heliskiing gemacht?

Ja, am nächsten Tag waren wir mit dem Hubschrauber unterwegs. In Norwegen gibt es strenge Vorschriften für Hubschrauberflüge und ich war sehr überrascht, dass wir überhaupt eine bekommen haben. Wir konnten dann für ein paar Stunden herumfliegen und sind an tolle Orte gekommen. Ich war vorher noch nie wirklich in einem Hubschrauber geflogen und war ziemlich aufgeregt, aber es hat Spaß gemacht und die Aussicht war wundervoll.

Was ist das Besondere an Warren-Miller-Filmen im Vergleich zu anderen Ski-Filmen?

Warren-Miller-Filme haben von allem etwas. Andere Ski-Filme, die ich gesehen habe, zeigen entweder nur Tricks aus dem Park oder Extrem-Freeskiing. Warren Miller vereint diese Dinge. Dieses Jahr gibt es im Film sogar Aufnahmen aus China, wo immer noch mit diesen antik aussehenden Skiern gefahren wird. Es sind auch Sitski-Fahrer dabei, die wirklich toll und anders sind, und es gab Drehorte in den USA. Es sind ganz unterschiedliche Sachen im Film, und ich denke, dass jeder, der ihn sich anguckt, Spaß daran haben kann.

Was sind deine Pläne für nächstes Jahr?

Ich werde im Januar für einen Wettbewerb nach Kanada reisen. Die meiste Zeit des Jahres wird wahrscheinlich mit Wettbewerben ausgefüllt sein, aber ich hoffe wirklich, dass ich bei noch mehr Filmaufnahmen mitwirken kann. Ich möchte an neue Orte reisen und neue Menschen kennenlernen. Gesund zu bleiben ist natürlich auch sehr wichtig. Ich werde einfach weiter Skifahren und meine Grenzen austesten.

SKI.DE dankt für dieses Gespräch!

Karine Falck-Pedersens offizieller Blog: www.karinefalckpedersen.com

Text / Interview: SKI.DE-Redaktion / Katharina Knodt u. Mascha Bartsch

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